Dianatal Obstetric gel explanation for healthcare professionals

Informationen zu Dianatal® Geburtsgel

Dianatal® ist ein steriles Geburtsgel mit einzigartigen biophysikalischen Eigenschaften, das zu einer Erleichterung von vaginalen Geburten beiträgt. Durch das Gel wird der Geburtskanal mit einem mukoadhäsiven Film überzogen, wodurch sich die Reibung zwischen der Vagina und dem Ungeborenen verringert, so dass das Kind leichter herausgleiten kann. Dieses Verfahren wurde 2002 von dem Schweizer Facharzt für Geburtshilfe Dr. Schaub in Zürich entwickelt. Erste Studien der Eidgenössischen Technischen Hochschule deuteten darauf hin, dass die Anwendung des speziell entwickelten Geburtsgels die Reibung auf mehreren Ebenen um über 50 % verringert. Daten aus nachfolgenden klinischen Studien an verschiedenen Frauenkliniken zeigen, dass durch das Gel die Geburtsdauer deutlich verkürzt werden kann.

Dianatal® Geburtsgel enthält keine pharmazeutischen Wirkstoffe. Dianatal® Geburtsgel ist steril und wurde in sterile Einweg-Tuben abgefüllt, die in sterilen Einweg-Beuteln verpackt sind. Dianatal® Geburtsgel ist ein geruchloses, nahezu farbloses Gel. Dianatal® ist hochviskos und elektrisch leitfähig und weist einen leicht sauren pH Wert auf.

Dianatal® ist:

  • Steril und in sterilen Einweg-Tuben verpackt
  • Geruchlos, nahezu farblos und hochviskos
  • Bioadhäsiv
  • Elektrisch leitfähig (Leitfähigkeit über 5 mS/cm)
  • Leicht sauer (pH-Wert: 5,5–6,5)
  • Latex-, phthalat- und konservierungsmittelfrei
  • Nicht pyrogen
  • Nicht allergen
  • Sanft zu Schleimhäuten und Augen

Dianatal® enthält:

  • Propylenglycol
  • Natrosol 250 M
  • Carbopol 974P NF
  • Natriumchlorid
  • Natriumhydroxid
  • Gereinigtes Wasser

Dianatal® Geburtsgel wirkt rein physikalisch. Es enthält keine pharmazeutischen Wirkstoffe und wird nicht vom Körper aufgenommen. Es wurden umfangreiche Tests durchgeführt, um die Verträglichkeit für Mutter und Kind (vaginales Gewebe, Haut, Augen, Nase und Mund) zu beurteilen. Der wichtigste biophysikalische Wirkstoff ist Carbopol 974 NF.

Der Geburtsvorgang gliedert sich in zwei Phasen. Der Muttermund öffnet sich während der ersten Phase, der Eröffnungsphase. Wenn der Muttermund vollständig eröffnet ist (10 cm), beginnt die zweite Phase, die sogenannte Austreibungsphase. Während der Austreibungsphase können das vaginale Gewebe oder das Perineum spontan einreissen. Dies geschieht bei etwa 45 % aller Geburten. Ein Einreissen lässt sich jedoch selbst mit einer Episiotomie nicht immer verhindern. Wissenschaftliche Untersuchungen haben eindeutig gezeigt, dass es bei Anwendung von Dianatal® Geburtsgel zu deutlich weniger Dammrissen kam.

Dianatal® Geburtsgel wird während des gesamten Geburtsverlaufs ab Beginn regelmässiger Wehen nach jeder vaginalen Untersuchung angewendet. Dies sollte möglichst mit der vaginalen Untersuchung bei 3-4 cm Öffnung des Muttermunds beginnen (Eröffnungsphase). Dianatal® Geburtsgel sollte während des gesamten Geburtsvorgangs angewendet werden. Bei jeder Anwendung werden etwa 3-5 ml Dianatal® Geburtsgel mit dem Applikator oder manuell auf die Körperteile des Kindes aufgetragen, die schon im Geburtskanal sichtbar sind. Danach wird Dianatal® Geburtsgel in einem Abstand von jeweils 1 bis 2 Stunden erneut angewendet, um einen optimalen Gleitfilm im Geburtskanal zu gewährleisten, so dass die Geburt für Mutter und Kind sicherer und leichter wird. Die Anwendung erfolgt idealerweise unmittelbar nach der vaginalen Untersuchung. Bei starker vaginaler Trockenheit sind nach Auftragen des Gels zusätzlich ca. 2 ml Flüssigkeit zu verwenden. Circa 15–30 Minuten nach Platzen der Fruchtblase sollte zusätzliches Gel angewendet werden. Dianatal® kann manuell oder durch Einführen des Applikators in die Vagina aufgetragen werden. Um ein Abrutschen zu verhindern, ist bei der Geburt des Kindes ein trockenes Handtuch zu verwenden.

Bei Erstgebärenden verkürzt Dianatal® Geburtsgel nachweislich die Austreibungsphase um 30 % (26 min) und auch die Gesamtdauer der Geburt wird um 30 % (106 min) verringert.(2,3) Dianatal® trägt auch zur Erleichterung von Geburten bei, bei denen eine Saugglocke oder Zange verwendet wird.

Dianatal® macht die Geburt daher sicherer, schneller und weniger schmerzhaft. Das ungeborene Kind sowie Vagina, Beckenboden und Perineum der Mutter sind geschützt.

Dianatal® macht die Geburt daher sicherer, schneller und weniger schmerzhaft.
Das ungeborene Kind sowie Vagina, Beckenboden und Perineum der Mutter sind geschützt.


Dianatal® Geburtsgel - Hauptvorteile:
verringert Traumata und erspart Zeit und Schmerzen


  • Entwickelt zur Erleichterung der Geburt für Mutter und Kind
  • Klinisch belegte Sicherheit, Wirksamkeit und Verträglichkeit für Mutter und Kind (Ergebnisse aus RKS)
  • Verkürzt die Dauer von Stadium II der Wehen (Ergebnisse aus RKS)
  • Senkt die Häufigkeit von Verletzungen am Perineum und schützt die Vagina (Ergebnisse aus RKS)

Dianatal


Geburten aktuell: Erfahrungen aus Dänemark

  • Dänische Mütter sind bei der Geburt ihres ersten Kindes relativ alt: im Schnitt 29,4 Jahre.
  • Der Anteil von Hausgeburten liegt bei etwa 30 %.
  • Im Jahr 2005 wurden 51 % der Erstgebärenden und 17 % der Mehrgebärenden, die eine Hausgeburt geplant hatten, während des Geburtsvorgangs ins Krankenhaus eingewiesen.
  • Gründe dafür waren u. a. ein unzureichendes Fortschreiten der Eröffnungs- oder Austreibungsphase sowie Erschöpfung der Mutter.
  • In Dänemark haben 23 % der Erstgebärenden noch drei Jahre später negative Erinnerungen an das Geburtserlebnis.
  • Im Vergleich dazu denken bei spontan Gebärenden 42 % der Frauen, bei denen ein vaginaloperativer Eingriff durchgeführt wurde, bzw. 47 % der Frauen nach einem ungeplanten Kaiserschnitt ungern an die Geburt zurück.
  • Rupturen und/oder Episiotomien sind insbesondere bei Erstgebärenden mit sexuellen Funktionsstörungen, Schmerzen am Perineum oder Inkontinenz nach der Geburt assoziiert. Aktuelle Daten zeigen, dass eine Episiotomie auch mit einem signifikant grösseren Risiko für Rupturen zweiten oder höheren Grades bei einer nachfolgenden Geburt einhergeht.
  • Die Dauer der Austreibungsphase, eine geringe Anzahl früherer Geburten und ein vaginaloperativer Eingriff bei der Geburt stellen unabhängige Risikofaktoren für eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von Rupturen an Vagina und Perineum dar.


Indikationen und Anwendung von Dianatal® Geburtsgel

Dianatal® Geburtsgel wurde speziell für die Erleichterung vaginaler Geburten entwickelt. Es ist stark bioadhäsiv und verfügt über eine hohe Wasserbindungskapazität. Dianatal® Geburtsgel wird während einer vaginalen Geburt angewendet, um den Geburtsvorgang für Mutter und Kind schneller und leichter zu gestalten und um Beckenboden und Perineum zu schützen.

Art der Anwendung: Nur zur örtlichen Anwendung im vaginalen Geburtskanal bestimmt.

Da Dianatal® Geburtsgel Elektrizität leitet, kann jederzeit nach Anwendung des Gels eine Diathermie zur Hämostase durchgeführt werden, beispielsweise nach einem Kaiserschnitt oder nach einer Korrektur am Geburtskanal. Um die Leitfähigkeit zu gewährleisten, darf Dianatal® nur zur Erleichterung des Geburtsvorgangs angewendet werden.

Nebenwirkungen: Bislang wurden keine Nebenwirkungen gemeldet.

Gegenanzeigen: In folgenden Fällen darf Dianatal® Geburtsgel nicht angewendet werden:

  • wenn die Möglichkeit einer allergischen Reaktion auf einen der Inhaltsstoffe besteht
  • wenn eine vaginale Geburt kontraindiziert ist

Literaturangaben:

  1. Riener R, Leypold K, Brunschweiler A, Schaub A, Bleul U, Wolf P. Quantification of friction force reduction induced by obstetric gels. Medical & biological engineering & computing. 2009;47(6):61723.
  2. Seval MM, Yuce T, Yakistiran B, Sukur YE, Ozmen B, Atabekoglu C, et al. Effects of obstetric gel on the process and duration of labour in pregnant women: Randomised controlled trial. Journal of obstetrics and gynecology : the journal of the Institute of Obstetrics and Gynaecology. 2017;37(6):714-8.
  3. Schaub AF, Litschgi M, Hoesli I, Holzgreve W, Bleul U, Geissbuhler V. Obstetric gel shortens second stage of labor and prevents perineal trauma in nulliparous women: a randomized controlled trial on labor facilitation. Journal of perinatal medicine. 2008;36(2):129-35.
  4. Bäurle G BS, Hornstein OP, Nürnberg E, Muckenschnabel R. The suitability of propylene glycol (1,2-propanediol) as an active antimicrobial adjuvant in ointments. Z Hautkr. 1985;60(15):1198213.
  5. Kinnunen T, Koskela M. Antibacterial and antifungal properties of propylene glycol, hexylene glycol, and 1,3-butylene glycol in vitro. Acta Derm Venereol. 1991;71(2):148-50.